auf sand gebaut

 

heut ist tag eins im neuen leben, wo ich nicht weiß wie´s weiter geht

du bist fort und kommst nicht wieder und unsre zukunft ist verweht

und tausend dinge werden fehlen dein witz dein lachen vieles mehr

die zärtlichkeit und deine liebe fühl mich so tot und völlig leer

 

auch an die zukunft muss ich denken wir hatten doch noch soviel vor

und nichts von dem wird mehr geschehen und mir wird klar was ich verlor

nie mehr werden wir uns lieben und unsre körper nie mehr spürn

auch keine küsse auf den lippen und unsre haut nie mehr berührn

 

ich hab auf unsre ewigkeit vertraut

und damit nur auf sand gebaut

und damit nur auf sand gebaut

 

auf berge wär ich gern gestiegen ganz bis zum gipfel hand in hand

und auch durchs meer mit dir geschwommen uns treiben lassen an den strand

im stehkonzert bei leisen liedern im takt uns hin und her gewiegt

mit dir wär es so schön gewesen dort aneinander eng geschmiegt

 

mit dir bei nacht den himmel sehen sternschnuppen zählen mit nem wunsch

und vorher uns ganz wild betrinken mit rotwein oder auch mit punsch

vom riesenrad die vielen lichter der stadt betrachten nur mit dir

dort in der gondel ganz weit oben nur du und ich ganz einfach wir

 

ich hab auf unsre ewigkeit vertraut

und damit nur auf sand gebaut

und damit nur auf sand gebaut

 

auch auf der bühne mit dir stehen zusammen singen unser lied

und du begleitest mich am flügel musik war unser bindeglied

im schlafanzug den tag verbringen auch das haben wir nie gemacht

mit brötchenkrümeln in den laken den tag einfach zur nacht gemacht

 

das leben wollte uns jetzt trennen hätt gern noch zeit mit dir verbracht

und beieinander eng gesessen geliebt, geschmust und viel gelacht

heut an tag eins wo du verschwunden geht mir so vieles durch den sinn

 

es gibt kein uns und auch kein wir mehr jetzt muss ich werden wer ich bin

 

hamburg, Oktober 2018

 

© Nicole Oelmüller 2018

 

Anmerkung:

manchmal ist das leben furchtbar gemein. man wird von menschen verlassen, sei es nun dadurch, dass sie sterben oder das sie einen anderen lebensmittelpunkt gefunden haben oder auch einfach nur, weil die zeit es so will. wer da auf die gemeinsame ewigkeit vertraut hat verliert noch viel mehr, als "nur" den einen geliebten menschen.

 

Text: N. Oelmüller - Musik: N. Oelmüller