dunkle stunden

 

wie konnte das passieren

ihr leben war perfekt

immer nett und hilfsbereit

verdiente sich respekt

sie kann sich´s nicht erklären

all das ist nun vorbei

fühlt sich leer und hoffnungslos

ihr lebensglück entzwei

 

refrain:

in diesen dunklen stunden

da ist sie ganz allein

niemand kann ihr helfen

fühlt sich unendlich klein

 

niemand vergaß ihr lachen

stets alles ihr gelang

sie konnte über grenzen gehn

ein „nein“ nie zu ihr drang

nun weint sie in ihr kissen

die leichtigkeit verlor´n

es bleiben angst und traurigkeit

und ein gewisser zorn

  

refrain

 

sie hatte wirklich alles

vielleicht war das zuviel

weniger ist manchmal mehr

obwohl´s ihr schon gefiel

im teufelskreis gefangen

das glück verlorn gelähmt

nichts ihr mehr gelingen will

es schmerzt wenn sie sich schämt

 

refrain

 

wie kann man es benennen

nennt man es depressiv

war sie denn bis heute nur

ganz einfach bloß naiv

 

hamburg, juni 2015

 

© Nicole Oelmüller 2015

 

Anmerkung:

wer hat sich nicht schon mal die frage gestellt, ob er sich gerade in einem kleinen psychischen tief befindet, oder vielleicht doch auf dem weg in eine echte depression ist. in deutschland sind ca. 4 millionen menschen von einer depression betroffen. alle 53 minuten nimmt sich in deutschland ein mensch wegen depressiver verstimmungen oder auch schwerer depressionen das leben.

ich habe viele jahre ehrenamtlich an den wochenenden in einem heim für psychisch kranke frauen gearbeitet und auch dort ist mir aufgefallen dass der weg von einem kleinen tief bis zur wirklichen depression manchmal nur ein ganz kurzer sein kann und einmal darin gefangen, kann es viele jahre dauern, bis man dort wieder heraus kommt......wenn es denn überhaupt gelingt.

 

Text: N. Oelmüller - Musik: N. Oelmüller